Einwohnergemeinde Rumisberg
 
   Home      News      Portrait      Behörden      Kultur/Freizeit      Kontakt      Sitemap   
 Agenda
 Geschichte Hans Roth
 GeschichteRumisberg
 Kirche
 Vereine und IG
 Wappen
  
Home / Kultur/Freizeit / Geschichte Hans Roth
Geschichte Hans Roth

Ein Rumisberger rettet Solothurn

(Die Sage von Hans Roth)

 

In der Nacht vom 10. auf den 11. November 1382 ist der Rumisberger Hans Roth von Wiedlisbach über Oberbipp, Rumisberg, Kammersrohr, Hubersdorf und Rüttenen in die Ambassadorenstadt gerannt, um die von den Kyburgern geplante Mordnacht zu verhindern.

Hans Roth, im „Schlüssel“ zu Wiedlisbach hinter dem Ofen liegend, den Verrätern ihre Mordpläne habe besprechen hören, von ihnen entdeckt und zum Schweigen aufgefordert, begab sich auf Nebenwegen eilend durch die kalte Novembernacht nach Solothurn. Um im Schnee eine Spur vorzutäuschen, trug er die Schuhe verkehrt an den Füssen. Beim Eichtor, dem heutigen Baseltor, verriet er die Absicht der Kyburger dem Sankt Urs, so dass die Wachmannschaft die schlafenden Solothurner rechtzeitig wecken konnte.

Dass die Solothurner vor dem geplanten Überfall gewarnt wurden, gilt als sicher. Dass Hans Roth von Rumisberg der Retter war, ist durchaus wahrscheinlich, wie die Sage beschreibt.

                           

                     Hans Roth, sitzend auf dem Ofen im "Schlüssel" zu Wiedlisbach              

 

 

Das politische Umfeld

Wirtschaftliche Gründe bewogen die freie Reichsstadt Solothurn im 14. Jahrhundert, ihre Herrschaft auf die Landschaft auszudehnen. Sie hofften auf Zolleinnahmen, Steuern, Gebühren, Bussen und Zinsen der Landbevölkerung. So bediente die Landschaft via „Märit“ die Stadt mit Lebensmitteln und war natürlich auch zur Abgabe der Zehnten (Steuern) verpflichtet. Andererseits fand die Stadt auf dem Land Abnehmer für ihre handwerklichen Erzeugnisse und konnte nicht zuletzt auch Soldaten abdelegieren. Grösste Konkurrentin war die Stadt Bern.

1377 trat der erst 20-jährige unerfahrene Rudolf an die Spitze der Kyburger. Wegen finanziellen Schwierigkeiten und von den Städten Olten, Burgdorf, Nidau, Büren a.A. und Altreu in die Enge getrieben, verbündete er sich mit den Habsburgern. Leopold III war jedoch weniger an den Kyburgern als an deren Gebiet interessiert. Sein Ziel: Seine aargauischen Ländereien mit der Stadt Freiburg an der Saane verbinden. Mehr und mehr sah sich dadurch Solothurn von den Habsburgern bedroht.

 

Fehlschlag

Der junge Rudolf wollte mit einem Schlag seine finanzielle Situation verbessern und mit einem Angriff auf Solothurn sich das verhasste Bürgertum von Hasle schaffen. Mit einer Kriegserklärung an Bern versuchte er, die Solothurner zu verwirren. Kyburger und Habsburger versammelten sich schliesslich im Schloss Bipp und Wiedlisbach und zogen in der winterlichen Nacht vom 10. auf den 11. November 1382 gegen Solothurn. In Feldbrunnen bemerkten sie jedoch, dass die Solothurner gewarnt worden waren. Der Angriff schlug fehl, dadurch konnte die Stadt Solothurn den eben begonnenen Expansionskurs fortsetzen. Wäre die Stadt eingenommen worden, hätte Solothurn seine Unabhängigkeit verloren, ein eigener Kanton hätte nicht aufgebaut werden können.

 

Hans Roth-Ehrenkleidträger

Als Würdigung und in Dankbarkeit für die Heldentat zeichnet der Kanton Solothurn noch heute jeweils den Ältesten aus dem solothurnischen Stamm der Familie Roth, durch Verleihung eines Ehrenkleides in den Standesfarben rot/weiss und der Entrichtung eines jährlichen Ehrensoldes, aus. 

        

                                       

                                                  Der heutige Ehrenkleidträger: Eduard Roth


Eduard Roth war Gast am Hans Roth-Pistolenschiessen, welches jährlich von den Pistolenschützen Wangen a.A. & Umgebung ausgetragen wird: ps-wangen  

 

Hans Roth-Brunnen auf dem Dorfplatz in Rumisberg

Die grosse Tat des Hans Roth, welche dem Namen unserer Ortschaft nationale Bedeutung bescherte, soll mit einem Denkmal in unserem Dorf gewürdigt werden.

Dies war die Meinung einiger Gemeindebürger, welche sich im Jahr 1956 zu einem Aktionskomitee für einen Hans Roth-Brunnen auf dem Dorfplatz zusammengeschlossen haben.

Nach umfangreichen Verhandlungen u.a. mit den Kantonsregierungen von Solothurn und Bern, konnte am 11. und 12. September 1965 der Hans Roth-Brunnen eingeweiht werden. Einige Details über die Entstehungsgeschichte des Hans Roth-Brunnens, sind nachfolgendem Auszug aus dem Protokoll des Regierugnsrates des Kantons Solothurn Nr. 2437, vom 30. April 1963 zu entnehmen:

 

                   

                                 Hans Roth-Brunnen auf dem Dorfplatz in Rumisberg

 

"Im Jahre 1960, anlässlich einer Feier mit dem Träger des Hans Rot'schen Ehrenkleides in Rumisberg, ist vom damaligen, seither verstorbenen Lehrer Hans Krebs in Rumisberg die Anregung gefallen, in Rumisberg ein Hans Roth Denkmal zu erstellen. Herr Jean Hutter, Bildhauer in Solothurn wurde damals von den Vertretern der Gemeinde Rumisberg beauftragt, ein Modell zu erstellen. Er kam diesem Auftrage nach und hat der Gemeinde Entwürfe unterbreitet, wovon einer allgemeine Zustimmung fand.

Wegen der Ungewissheit der Gestaltung des Dorf- und Schulhausplatzes und dem Tod des Initianten Hans Krebs, verzögerte sich das Vorhaben bis in das Jahr 1962. Am 21. April 1963 fand im Rathaus in Solothurn eine Besprechung der Vertreter von Rumisberg mit Herrn Landammann Dietschi, Herrn Regierungsrat Vogt und Herrn Staatsschreiber Schmid statt, wobei die Mithilfe des Kantons Solothurn zugesichert wurde.

Der Regierungsrat des Kantons Bern hat dem Vorhaben ebenfalls zugestimmt und sich bereit erklärt, die Hälfte der Kosten für das Denkmal zu übernehmen, sofern sich der Kanton Solothurn in gleicher Weise am Werk beteilige.

Durch das Initiativkomitee wurde auch die Einwohnergemeinde Solothurn um eine Beteiligung angegangen. Diese lehnte jedoch mit Schreiben vom 9. April 1963 einen Beitrag ab mit der Begründung, sie werde ebenfalls, früher oder später, ein Hans Roth Denkmal in der Nähe des Baseltores erstellen, ohne dannzumal die Mithilfe von Rumisberg nachzusuchen".

 

Hans Roth-Waffenlauf

Die Episode der Geschichte unserer Gegend lebte alljährlich durch den Hans Roth-Waffenlauf wieder auf, welcher u.a. auf Initiative der beiden Rumisberger Adj Uof Krebs Hans und Four Schneeberger Alfred im Jahr 1954 durch den Unteroffiziersverein (UOV) Wiedlisbach gegründet wurde.                                                                         

Von 1954 bis 1990 führte die Route des historischen Waffenlaufs via Oberbipp nach Rumisberg um den Hans Roth-Brunnen herum, welcher der höchste Punkt der Wegstrecke bildete.

1991 beschloss der UOV, den Lauf  zu verkürzen, denn von den elf Schweizer Waffenläufen verzeichnete der "Wiedlisbacher" den grössten Teilnehmer-Rückgang. Mit der Streckenkürzung von 30,5 Kilometer auf 26,5 Kilometer konnte der Teilnehmerrückgang gestoppt werden. Bedauerlich war, dass das Denkmal des Hans Roth in Rumisberg nicht mehr angelaufen wurde.

Seit 2009 wird der historische Hans Roth-Waffenlauf nicht mehr ausgetragen, da in Wiedlisbach ausschliesslich nur noch zivile Läufe stattfinden.

  

 



© 2007 rumisberg.ch
Letzte Änderung: 11. Mai 2009